02.07.-09.07.2009 / Welt

Die Türen öffnen und schliessen sich vor mir automatisch. Die Taxen hupen nicht mehr. Die Toilettenspülung funkioniert und geht von alleine. Ich zahle Eintritt dafür. 6 Stunden Flug wie eine Zeitreise. Nur eins ändert sich nicht. Die Sprache. Ich bin in den USA und trotzdem, oder gerade deswegen – in Gesamt-USA derzeit etwa 15%, in einigen Bundesstaaten schon fast 50% der Einwohner sind Spanisch-Muttersprachler – werde ich in Miami auf dem Flughafen, in New York bei Dunkin Donuts oder beim Einchecken am Flughafen weiterhin freundlich mit “Buenos Tardes” begrüßt.

Am Ufer der Seine tanzen und trinken Hunderte zu Tango- und Salsaklängen.

Am Ufer der Seine tanzen und trinken Hunderte zu Tango- und Salsaklängen.

Im Schnelldurchlauf schiesse ich zurück in meine westliche Zivilisation. La Paz, Santa Cruz, Miami, New York, London, Paris. In zwei Tagen. Die Welt dreht sich um mich herum. In Miami Hektik auf dem Flughafen, Verspätungen, Durchsagen, Gate-Wechsel. In New York Hektik in der U-Bahn. Hektik bei century21, wo ich stehe, um noch ein paar Zivilisations-Schnäppchen abzuräumen. Mit zwei Rucksäcken auf dem Rücken, da New York nach “dem was da unten am World Trade Center passiert ist” keine Gepäckaufbewahrung mehr hat. Keine Umkleidekabine noch dazu, was mich zum Anprobieren in die Burger King-Toilette zwingt. Nach drei Stunden sehne ich nichts mehr herbei als ein Flugzeug, oder zumindest ein kleines Plätzchen auf dem Flughafen. Ruhe.

Ich habe das Gefühl, ich vertrage die Rückreise gut. Stress und Hektik, ja. Aber es fehlt das überwältigende Gefühl, zurück zu wollen. Ich will weiter. Vorwärts. Nicht zurück. Ich suche eine Aufgabe. Einen etwas tieferen Grund zum Aufstehen, als ein weiteres Stückchen einer Reise.

Flug. U-Bahn. Zug. Paris. Da. Für 10 Tage.

america-2009-167-web

seine ufer an einem samstag abend.

Der letzte Stopp eines 3-monatigen Ausrisses. Waleria führt mich an den perfekten Ort zum Ankommen. Durchatmen und Gedanken sortieren. In Gentilly sitze ich seit 4 Tagen in einer kleinen Wohnung. Mit Balkon zum Garten.
Die Zeit verbringe ich mit Essen, Reden und am Computer. Er hat sich schnell wieder hereingefunden in meinen Tagesablauf. Ich suche meine nächste Aufgabe.



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