11.05-17.05.2009 / Montañita, Peguche, Otavalo; ECU

Montañita

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Nach der Santa Anita Community nun der krasse Gegensatz. Montañita, Surferhauptstadt Ecuadors trotz saemtlichen Anstrengungen. Nichts passiert hier. Jeder Tag ist gleich. Aufstehen mittags, rein ins Wasser, rauf aufs Surfbrett, sobald die besten Wellen weg sind ran einen der zahlreichen Cocktailstaende und runter mit dem 1,2,3 Mojito. Bei Einbruch der Dunkelheit 2 Stunden in die Haengematte, dann frisch und schick machen um den Abend mit weiteren Cocktails zum Laufen zu bringen. In den Strandclub bis 3, dann an den Strand um den Abend am Lagerfeuer bis zum Morgengrauen ausklingen zu lassen. Dann schlafen bis 12 und das ganze von vorne… Was fuer einige nach einem traumhaften Ort klingt ist in den ersten drei Tagen ganz nett gewesen. Danach wusste ich, ich muss weg. Hier passiert nichts. Die Leute wechseln, alles andere bleibt gleich. Tagein, tagaus. Schnell weiter. Wieder nach Quito.


Peguche

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Noerdlich von Quito befindet sich die reichste aller Andenregionen. Imbaburra. Von hier stamen die beruehmten Otavaleños, Erst-Exporteure der in allen Fussgaenger-Zonen dieser Welt beruehmten Panfloetenmucke. Die besten Exporteure und Haendlern von saemtlichen Wollprodukten noch dazu. Im Gegensatz zu der Santa Anita Community spuert man den Reichtum sofort. Die Menschen wie in Santa Anita in traditioneller Kluft gekleidet sitzen sie hier hinter dem Steuer grosser Chevrolet und Chrysler-SUVs, hoeren oft westliche Musik und speisen zuhauf in guten Restaurants. Peguche ist dabei eines der Zulieferer-Doerfer fuer den groessten Markt Suedamerikas in Otavalo, ca. 15 Minuten suedlich. Tag und Nacht hoeren wir die Webstuehle rattern. Wer per Hand webt hat seine Tuer weit geoeffnet, die grossen automatischen Webstuehle werden in Hauesern und bedeckt von Planen notduerftig versteckt.

Auch die Natur hat es gut gemeint mit der Region. Wir fahren nach Cuicocha, einer Lagune 30 Min. noerdlich. Entstanden durch die Implosion des Vulkans. Kurzform: Vulkan, vormals riesig und die Spitz emit Schnee bedeckt implodiert aufgrund von kurzzeitig hohen Temperaturunterschieden, dabei faellt die Spitze des Vulkans in sich zusammen, der Schnee verfluessigt sich aufgrund der geringen Hoehe und die Lagune entsteht (s. Fotos). Bei spaeteren Ausbruechen entstehen zwei Inseln, die mittlerweile aufgrund ihrer isolierten Lage ueber einzigartige Flora und Fauna verfuegen, aber nicht betreten werden duerfen. Der Vulkan unterhalb der Lagune ist weiterhin aktiv, was uns bei einer Bootsfahrt gezeigt wird. In der Kratermitte steigen Gasblasen aus dem Wasser und zeugen von der andauernden Aktivitaet des Cuicocha. Der letzte Ausbruch ist 2500 Jahre her und auch wir verlassen die Lagune unbeschadet. Das Panorama bleibt unvergesslich. >> Karte (3061m)

Otavalo

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Samstag. Markttag in Otavalo. Die auch waehrend der Woche gut gefuellte Handelsstadt platzt jeden Samstag aus allen Naehten. Handeltreibende aus der ganzen Region wickeln ihre Geschaefte heute ab und verwandeln Otavalo zum groessten Marktplatz Suedamerikas. Der Markt oeffnet morgens um fuenf Uhr mit dem Tiermarkt. Geschaefte werden wahlweise mit Geld oder per Tausch abgewickelt. Ein Ferkel ist fuer ca. 6$ zu haben, Meerschweine gibt es bereits ab 2$. Alles lebend. Eine Schlachterei ist nicht teil des Marktes. Neben Kuehen, Huehnern und Schafen werden vereinzelt auch Lamas, Pferde und Esel angeboten. Die Geschaefte werden per Handschlag beschlossen und am Ausgang des Marktes von einer offiziellen Instanz bestaetigt und oeffentlich gemacht. Marktspeise ist eine Suppe aus geronnenem Schweineblut und Innereien von Schweinen und Schafen. Da halt ich lieber Abstand.

Auch alle anderen Waren des taeglichen Bedarfs werden in der Stadt gehandelt. Zwischen den Menschenmassen rennen immer mal wieder ausgebuexte Huehner und Gaense hin und her und werden von ihren Besitzern mit Stoecken gejagt. Auf dem Markt mit traditionellen Webarbeiten ist das Verhaeltnis zwischen locals und Touristen fast 1:1. Einige verhandeln mit harten Bandagen und druecken die Preise um 60-70%, andere freuen sich ueber die im Gegensatz zu Europa und auch Quito eh schon guenstigen Preise und belassen es bei einer Reduktion um wenige Dollar. Als von meinen Mitreisenden jeder der bald wieder Heimreisenden wenigstens eine extra gekaufte Tasche mit Haengematten, Lauefern, Pullovern und Ponchos gefuellt hat, koennen wir abreisen. Wieder nach Quito. Im Bus beginnen die ersten Zweifel. Viele wissen nicht, wo sie ihre Haengematte ueberhaupt aufhaengen koennen.



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