03.05.-06.05.2009 / Baños, ECU
Auf den Strassen von Baños bemerke ich sofort die roten Linien und Pfeile, die bergabwaerts fuehren. Baños liegt in ungefaehr 1800m Hoehe am Fusse des Vulkans Tunguranhua. Ein aktiver Vulkan. Sehr aktiv. In der Nacht zum 05.05 hoert man ihn deutlich. Er spuckt Asche, mindestens woechentlich. Die roten Linie zeigen den schnellsten Evakuationsweg aus der Stadt im Falle des naechsten Ausbruchs. Der letzte war 2002. Kurz nach Ankunft bekommen wir eine Anweisung, was im Falle eines Ausbruchs alles zu beachten ist. Wir haben Glueck, ausser einem kleinen Husten in der einen Nacht bleibt der Vulkan ruhig.
Trotz dieser etwas beunruhigenden Lage ist Baños das Ausflugsziel Nr. 1 fuer Einheimische und Touristen. Baños traegt seinen Namen aufgrund der natuerlichen heissen Quellen, in denen Mann am Fusse des Vulkans baden kann. Gleichzeitig ist Baños aufgrund seiner Lage praedestiniert fuer Outdoo-Aktivitaeten aller Art. Schnell erreicht man den Dschungel bergabwaerts oder die Hoehen der Berge ein Stueck bergauf. Das nutze ich aus.
Am ersten vollen Tag entschliesst sich ein Grossteil meiner Mitreisenden eine Fahrradtour entlang der sieben groessten Wasserfaelle der Region zu machen, unterbrochen von ein, zwei luftigen Herausforderungen. Fuer Shandi aus Alberta, Canada endet die Fahrradfahrt und ihre ganze Reise abrupt und schmerzt. Kurz vor einer Tunneleinfahrt bremst sie unvermittelt mit der Vorderbremse, macht einen 1A-Salto ueber das Vorderrad und landet irgendwie auf Schulter, Kopf und Ruecken. Krankenwagen, Krankenhaus Baños, Taxi, Krankenhaus Quito und ab schnell mit dem Flieger nach Kanada. Diagnose: Schluesselbeinbruch links, Ellbogenbruch rechts, angeborchener Ellbogen links, dazu Prellungen und Schuerfwunden. Gute Besserung!
Wir entschieden uns nachdem wir den Schock verdaut hatten, weiterzufahren. Wir sprangen von einer Bruecke (Film folgt), fuhren mit einer wackligen Seilbahn ueber einen Canyon und ich stand hinter einem riesigen Wasserfall >> Karte (496m). Wieder mal Natur pur. Ich glaube, das ist es es dann doch, was dieses Land ausmacht.
Am naechsten Tag habe ich das Naturerlebnis noch auf die Spitze getrieben und bin mit einem Seil ein paar Wasserfaelle heruntergeklettert. Der hoechste Mass stolze 45m. Der Blick nach untern war schon wahnsinnig und liess mich leicht zweifeln. Unten angekommen war es ein grossartiges Gefuehl…
Baños hat noch einiges mehr zu bieten, aber schon stand wieder die Abreise an. Wieder Sachen packen, ab nach Riobamba, hoch in die Berge…
>> Karte
@max: Still FACEBOOK!

Schön, daß Du das Photo vornan gestellt hast, auf dem Du heil bist…